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“MIETBUCHSTABEN am Wiener Prater - Stadtsemiotik mit Ortsbezug” Die Ausstellung "Local Strategies - Urban Signs" zeigt Kunst im öffentlichen Raum: Auf der Fassade und am Vorplatz des Wiener Flucs, am Praterstern und darüber hinaus.
Am einen Ende noch nicht einmal fertig gestellt, bröckelt er am anderen schon wieder. Die Bautätigkeit am Wiener Praterstern und die ständige Besitznahme dieses Verkehrsknotenpunktes durch PassantInnen steht für ein urbanes Phänomen, dem das Fluc vor Ort mit Kunst im öffentlichen Raum begegnet. Urban Signs - Local Strategies heißt die Ausstellung an den Fassaden des Kulturzentrums in der Leopoldstadt, das sich im urbanen Nirgendwo zwischen der grünen Lunge Wiens, ständigem Stop-and-Go-Verkehr und einer Menge Stahl, Glas und Beton angesiedelt hat.
Um Beton, Stahl, Glas, 2008 geht es auch in jener als Schriftzug zwischen der Architektur des Flucs und der des neuen Bahnhofs "Nord" installierten Arbeit ohne Titel. Die Künstlerin Sonia Leimer verwendet dabei MIETBUCHSTABEN, um auf den Neubau des Architekten Albert Wimmer zu reagieren und ihn durch eine typografische Intervention mit Versalien zu verdoppeln. Der Blick von der Terrasse dieses Veranstaltungsortes beschreibt, was man ohnehin sieht: Die Überlagerung von Bild und Text, Text und Bild äußert sich bei der Betrachtung der überdimensionalen Lettern in einem Flackern des Blicks zwischen dem Original und seiner schriftlichen Repräsentanz.
"Was mich besonders gereizt hat an diesem Projekt", so die aus Meran stammende und in Wien lebende Künstlerin, "ist die Tatsache, dass die Buchstaben aus der Werbung, also aus dem öffentlichen Raum stammen und durch künstlerische Umdeutung wieder ihren Weg in den öffentlichen Raum finden." Es ist zwar kein blinkender Neonschriftzug, auch keine Leuchtreklame, die konzeptuelle Wort-Kunst jedoch bewirbt die Konzentration auf die eigene Wahrnehmung. …" Dass sie danach wieder abgebaut und zu einer ganz anderen Bedeutung kommen, finde ich gut", so Leimer, "weil diese Bewegung ein zusätzliches poetisches Moment erzeugt und den zeitlichen Aspekt der Arbeit unterstreicht." (Auszug aus dem Bericht des Wiener „Standard“).
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